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Liebe Freundinnen und Freunde des Kammerorchesters des KIT,
Am 5. März brach das Kammerorchester des KIT mit seinem Dirigenten Francois Salignat zu seiner Konzertfahrt nach Paris auf, mit dem TGV über Straßburg in die französische Hauptstadt. Die Vorfreude war groß, das in intensiver Probenarbeit erarbeitete Programm in zwei Konzerten zu präsentieren: Neben der Haydn-Sinfonie „La Poule“ standen das Adagio für Streichorchester von Guillaume Lekeu und die Sinfonietta von Francis Poulenc auf dem Programm sowie die eigens für diesen musikalischen Austausch geschaffenen Lichtwege des französischen Komponisten Gilles Schuehmacher zur gemeinsamen Uraufführung durch das Kammerorchester und das französischen Bläserensemble Les Vents Ruellois.
Organisiert und begleitet wurde die Konzertreise von der Agentur TIME Concerts (www.timeconcerts.co.uk), spezialisiert „auf Konzerte, Tourneen, Workshops, Festivalauftritte sowie Austauschprogramme für Musiker aller Art und jeden Budgets an einigen der schönsten Veranstaltungsorte, die Europa zu bieten hat“. Die Zusammenarbeit mit TIME war eine große Freude durch die engagierte und professionelle Betreuung vor Ort, insbesondere durch Nick Merryweather, der immer ein offenes Ohr und für jedes Problem(chen) eine Lösung hatte.
Das Hauptquartier des Kammerorchesters für die Tage in Paris war das Hotel FIAP Jean Monnet in Montparnasse im 14. Arrondissement. Unweit von der Unterkunft lag auch der hervorragend ausgestattete Probensaal für den Freitagvormittag, der Pavillon de la Sirène. Hier trafen die Musiker:innen aus Karlsruhe zum ersten Mal mit den Pariser Kolleg:innen des Ensembles Les Vents Ruellois zusammen, um unter der Leitung von Gilles Schuehmacher und Francois Salignat für den Abend die Lichtwege einzustudieren.
Das erste Konzert am Freitag Abend fand statt im Herzen von Paris, in der Église Saint Louis-en-Ile, die einen Steinwurf von der Kathedrale Notre Dame entfernt liegt und zugleich eingebettet ist in den Mikrokosmos der Ile-de-la-Cité. In der fast voll besetzten Kirche wartete ein bunt gemischtes, wunderbar zugewandtes und neugieriges Publikum, das sich ebenso gerne wie wir auf die musikalische Begegnung mit den europäischen Nachbarn einließ. Sogar durch die offenen Fenster der umliegenden Häuser hörten die Pariser:innen uns zu, wie einige uns später auf der Straße vor der Kirche erzählten. Die „Lichtwege“ waren dabei ein sehr besonderer Beitrag zu diesem Abend: ein in Musik übersetztes, transzendentales Spiel des Lichts durch Kirchenraum und Zeit in 11 Variationen, das seine Wirkung nicht verfehlte.
Auch das zweite Konzert am Samstag fand in einer Kirche statt, in einer ganz anderen Gegend von Paris in der Église de Sainte Marie des Batignolles, aber auch hier wieder mitten im Trubel des Quartiers. Als wir unter den gerade aufblühenden Bäumen des Square de Batignolles von der Metrostation zur Anspielprobe spazieren, werden wir nicht nur einmal gefragt, was wir denn in unseren Instrumentenkästen haben, wo wir spielen, woher wir kommen. Auch an diesem sonnigen Samstag Nachmittag sind die Plätze fast voll besetzt, und nicht wenige kommen auch spontan vom Platz vor der Kirche herein, um zuzuhören.
Trotz der dichten Planung (und der von uns Karlsruher:innen öfter mal unterschätzten Pariser Distanzen von A nach B - „huch das wird jetzt aber knapp bis zur Probe“) war jedoch Zeit, in die Stadt einzutauchen: gemeinsam bei der Führung durch das Quartier Latin und der Bootstour auf der Seine, bei der vom Wasser aus die berühmten Bauwerke, Brücken und Quais wie ein Film vorbeizogen, oder bei den individuellen Entdeckungstouren. Die nach der Brandkatastrophe zu den olympischen Spielen wiedereröffnete Kathedrale Notre Dame war dabei für viele ein Anziehungspunkt: manche machten sich in aller Frühe auf den Weg, um noch vor dem Beginn der Probenarbeit und dem täglichen Ansturm der Touristen in Ruhe eine Runde durch diese so besondere Kirche drehen zu können.
Der Dank des Kammerorchesters geht an alle Unterstützer:innen, Sponsor:innen und alle Beteiligten im Vorder- und Hintergrund, die diese Reise durch ihren Einsatz und großzügige Spenden möglich gemacht haben und zu einem gelungenen musikalischen Brückenschlag auf vielen Ebenen werden ließen. Wieder zu Hause, beim Frühjahrskonzert auf dem Podium des Gerthsen-Hörsaales am KIT, scheint es (zumindest im Kopf der Verfasserin) als seien die Bilder, Farben und Momentaufnahmen der Tage in Paris eingegangen in die Musik. Vielleicht hat der eine oder die andere sie ja gehört zwischen den Tönen, all die glitzernden Lichter und den (wenn auch noch kalten) Frühlingswind über der Seine.
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